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Wackenbericht 2017

Wir reisten Montag an. 2 Tage campen und grillen, bevor das Programm losging.

 

Mittwoch

Europe

Ich kannte nur das eine Lied. Das Lied hat abgeliefert.

Ugly Kid Joe

Ich kannte nur das eine Lied. Das Lied hat abgeliefert. Aber auch der Rest war gut, da der Sänger kein Dosenwunder ist, sondern auch live excellent singt. War gut amüsiert, aber das Klima im Zelt ist halt immer so ekelhaft, dass ich es nicht lange darin aushalte. Wenn es regnet ein gemischter Segen, zu allen anderen Bedingungen einfach nur Legebatteriefeeling pur.

Versengold

Habe ich mit einem Ohr verfolgt. Bekommt man ja zu verschiedenen Anlässen zu sehen, weshalb ich mich am Mittwochabend nicht von der überdachten Bank erhob. Mein Freund war aber natürlich vorn mit dabei.

Donnerstag

Skorbut

Skorbut versuchten den Preis für nervigste Möchtegern-Comedians zu gewinnen. Jedes Lied wurde von gezwungenem Banter unterbrochen, was aber nicht sooooo schade war, da die Musik auch nicht das Gelbe vom Ei war. Ingesamt bin ich nicht so auf der Piratenschienen unterwegs.

Ganaim

Der Sänger von Ganaim hingegen weiß, wie man Stimmung macht. Entweder man hat Charisma, oder nicht. Ich könnte mich jedes Mal wieder an der seltsamen Mischung aus schottischem, irischen und deutschem Akzent aufhängen, aber sei’s drum – sie waren solide und sympathisch.

Volbeat

Ich kennen 3 Lieder von Volbeat, aber mehr muss man nicht kennen, da sie alle gleich klingen. Die Musik ist eingängig und ballert, ich habe mich köngilich amüsiert – auch aus geschätzten 50 Kilometern Entfernung. War rappelvoll und wir kamen punktgenau zum Beginn der Show.

Freitag

Clawfinger

Auch bei Clawfinger kenne ich nur 2, 3 Lieder und ihren To The Hilt Remix. Eigentlich wollte ich sie nur sehen um zu gucken, ob sie Nigger spielen würden – haben sie. Vielleicht hätte ich doch zu Sanctuary rübergehen sollen, dass war wahrscheinlich eher mein Ding.

Grave Digger

Gruppendynamik bestimmte das Schauen von Grave Digger. Sie spielten das eine Lied, dass ich kannte, und gut war. Ging.

Sonata Arctica

MEIN LIEBLINGSKONZERT. Ich kannte nur Replica und The Wolves Die Young (was mMn wie ein Weihnachtslied klingt), aber bin nun bekehrt. Ich fand den Auftritt einfach fantastisch – episch, fett, Gesang saß, Drums wummerten, die Leute hatten gute Laune, die Sonne schien – top. Der Sänger sah aus, als hätte Alligathoa zu tief in die Karnevalskiste gegriffen und sich dann mit einem 90er Technosternchen zusammen gespliced – ich steh drauf. Tanzmusik!

Saltatio Mortis

Kein Weg führt  an Saltatio Mortis vorbei, wenn mein Freund dabei ist. Sie haben ihre Sache gut gemacht, aber ich bin immer noch kein Superfan – würde mir die Musik nicht in meiner Freizeit und mit Absicht anhören.

Trivium

Also: als ich jung war, fand ich Trivium voll geil. Die ersten drei Alben war ich total dabei. Aus den meisten ihrer Lieder bin ich allerdings rausgewachsen. Und es ist auch so, dass Matt Heafy live nicht sooo toll singt – ähnlich wie der Sänger von Sabaton. Allerdings, auch ähnlich wie bei Sabaton, macht er das mit einer Tonne positiver Ausstrahlung wieder wett. Fazit meines Freundes: „Also die Musik fand ich scheiße, aber der Frontmann war mir sehr sympatisch, der hatte so ein einnehmendes Lächeln“. Und, nachdem ich mir ewig lange Abhandlungen über die Brüste, Bäuche und Beine diverser weiblicher Musiker anhören durfte, nutze ich die Gelegenheit um zu sagen, dass Matt Heafy auch geile Titten hat. Und den linken Nippel fast das ganze Konzert über draußen hatte. So. Er ist (inzwischen) ein charismatisches Schnittchen mit knuffigen Segelohren, das halt nicht so gut singen kann, aber mit den Augen hör‘ ich das nicht.

 

Anderer Auftritt, still had his titty out.

Ebenfalls anderer Auftritt. Aber egal. Eine Achselhöhle, die sich sehen lassen kann.

(bessere Fotos von Matt Heafy beim Auftritt)

Apocalyptica

Problem hier: ich mag Apocalyptica, aber eher ihre eigenen Sachen. Ich habe nicht viel für Metallica übrig. Die Metallica Witze/Anspielungen gingen dementsprechend unverstanden an mir vorüber. Und der Ton bereitete mir Schmerzen – es klirrte arg, ich habe dem Konzert mit Ohrenstöpseln beigewohnt. Insgesamt war der Ton bei so manchem Auftritt nicht optimal ausgesteuert. Zu leise ist schade, aber blechernes Klirren finde ich am schlimmsten.

Samstag

Rage

Gruppendynamik führte ähnlich wie bei Grave Digger zum Besuch. Ich kannte kein Lied – dachte ich! Bis sie ein Lied aus einem bekannten deutschen Kinofilm ankündigten und es mir wie Schuppen aus den Haaren fiel (sorry) – das ist ja die Band aus Der Schuh des Manitu, Santa Marias Theme! Sag mir das doch vorher einer. Also habe ich die 20 Sekunden des Liedes, die ich kannte, genossen.

Harpyie

Hörte ich nur mit einem Ohr, auf einer Bank sitzend und unter meinem total gefickten Lendenwirbelbereich leidend. Ich habe dieses Wacken den Asian Squat im Gummistiefel perfektioniert, die einzige Art, meinen Rücken zu entlasten und vom Wehtun abzubringen, zumindest für ein paar Minuten. Aber ich hörte die Wall of Eurodance und war schwer begeistert, weil ich trashige 90er Scheiße liebe. Mein Freund war auch in ekstatischer Stimmung, als er von der Bühne zurückkehrte, als jemand, der die 90er bei vollem Bewusstsein erlebte.

Heimataerde

Von Heimataerde hörte ich jüngst ein Lied in der Diskothek, das von Leibern und Schwertern handelte. Ich war sofort angefixt. Und Live auch begeistert – als die Scooter der Mittelaltermusik bezeichnet zu werden ist nichts als eine Ehre. Wunderbar überzogen und stumpf. Untote Templer! Gute Unterhaltung und Tanzmusik! Auch du ein Gotteskrieger! *zerbeißt Blutkapsel*

Heaven Shall Burn

Ich nehme mir jedes Wacken vor, irgendwo mal ins Getümmel zu gehen und mich mit den Massen zu balgen, aber jedes Mal habe ich lauter Klöterkram dabei und Angst um meine Besitztümer, weil ich sie nicht im Camp gelassen habe. Ich bin seit 2012 in keinem Gemenge mehr gewesen. Eigentlich würde ich auch mal gerne um so einen Turm rennen… Also, ich höre Heaven Shall Burn gern auf dem Crosstrainer. Der Sänger brüllte gut, auch live. Ballerte. Und eine gute Entscheidung, dass nicht mehr alle rote Hemden tragen – unter einem Youtube Video las ich Kommentare von Amis, dass die Band aussähe wie eine Gruppe von Fast-Food-Mitarbeitern.

Powerwolf

Ich liebe Powerwolf! Haben ein Upgrade bekommen, 2015 waren sie ins Mittagsprogramm verbannt worden. Sie hatte mit der Animation der Menge etwas zu tun, aber Attila sang gut und spätestens beim Pimmelwitz zu Resurrection by Erection hatte er sie dann. Und Matthew Greywolf ist auch niedlich, um mal die optische Bewertung männlicher Bandmitglieder fortzuführen.

Alice Cooper

Alice Cooper gaben wir uns vor der Faster Stage, weil wir für Amon Amarth vorn sein wollten. Gute Show, habe jetzt nicht unbedingt alles 100% mitbekommen.

Amon Amarth

Woooohooooooo! In der Turbinenhalle in Oberhausen war der Sound damals kacke, hier war er gut, es wurde gewikingert, was das Zeug hielt – da konnte ich sogar über surprise Doro Pesch hinwegsehen.

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JBO

Endlich mal den Soundtrack meiner Teeniezeit live gesehen – wer hatte nicht den JBO Ordner, in dem einfach eine Million Lieder drin waren, die nicht von JBO sind. Leider war der Ton hier mies, die Stimmen teils einfach zu leise, die Levels schwankten immens. Von dem Kackregen will ich nicht anfangen. Es war ein guter Auftritt, mein Rücken lag zwar in Trümmern und ich squattete in der Gegend rum, aber hat sich trotzdem gelohnt. Auch wenn ich leider keinen Nerv mehr für Avantasia vorher hatte, weil ich meinen Rücken im Camp ein bisschen stretchen musste. Sonst hätte ich JBO wohl auch nicht mehr durchgehalten.

Fazit

Wacken – war gut.

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Effigy die unsere lauten Nachbarn aus ihrem toten Pavillon gebaut haben

Dumme Dinge: Die Ordner gaben uns ungefähr minus 12 Quadratmeter, spätere Gänge über das Gelände zeigten, dass woanders der Platz weniger streng verteilt wurde. Ein Nachbar hatte seinen üblichen Kladderadatsch für 20 Leute aufgebaut, obwohl sie nur zu viert waren – und bestand darauf, in Hauptbühnenlautstärke Nachts um 3 Gitarre zu spielen oder sich gepflegt Janis Joplin reinzuziehen. unser kollabierender Pavillon zerkratzte Auto von Elternteil unseres Fahrers. Wird teuer. Dann zickte auf der Rückfahrt die Automatikschaltung eben jenes teuren Mercedesbuses. Nerven waren gespannt, und der Fahrer musste mit kontroversen Diskussionen über Lieblingsfisch und Lieblingsbaum wachgehalten werden. Er hatte keine rechte Meinung dazu, aber Lieblingsfisch des Beifahrers ist der Hecht und Lieblingsbaum die Deutsche Eiche.

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Erster Kollaps. Stürzte nach Wiederaufbau noch ein mal zusammen und machte mehr Schrammen in die Autos…

Ob es eine weitere Edition Wacken für uns geben wird, steht noch in den Sternen – die Änderung der Gruppenzusammensetzung (Trennung, finanzielle Engpässe) führte zu einigen schwelenden Spannungen und wie es weiter geht – only time will tell. Ich habe auch jeden Fall das Gefühl, dass ich dieses Wacken deutlich mehr Bands mitgenommen habe als die Male vorher, und mehr Spaß an der Musik hatte. Unser allein angereister Nachbar (nicht der laute) wurde von uns adoptiert und hatte einfach alles dabei, von der Campinglampe über den Gaskocher bis zum Kabelbinderset. Alles in allem eine gelungene, runde Woche.

\m/

Hefespeck und Wacken-Tix

Es ist keine Überraschung – mein toller Plan hat nicht geklappt. Ich habe mich zwar am Riemen gerissen, aber nicht im anvisierten Maße. Letzter Stand vor Weihnachten war 71,8kg, dann fuhr ich in die Heimat, ohne Waage. Dort angekommen merkte ich deutlich, was für einen Unterschied Sport macht. Ich wog zwar ungefähr dasselbe wie bei meinem letzten Aufenthalt, hatte aber 2 Monaten meinen Arsch nicht bewegt. Dementsprechend knapp saß meine Arbeitshose im Hüftbereich. Im Sommer war meine Kiste bei gleichem Gewicht deutlich weniger hefeteigartig. Und während zum Höhepunkt meiner sportlichen Betätigung der Sport-BH zu Schlackern anfing, kann ich nur sagen, dass die Körbchen wieder prall gefüllt sind. My cup runneth over etc etc. Growing mad tiddies up in here. Eyyy.

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naja, nicht ganz so, ich gebe zu.

Meh.

Also: Essen & Sport liefen schleeeeeeeecht und ich bin froh, morgen aus der Fresszone wieder in den heimischen Pott zu düsen. Oder richtiger ausgedrückt zu tuckern, 4,5 h mit Niedersachsen- und NRW-Ticket in Regionalexpressen und ähnlichen Milchkannenzügen.

Erfreulicher: Wacken 2k17 confirmed 🙂 Die Schlawiner haben schon Ende November Karten bestellt. Ich maunziges Heultier habe immer drängende Quengeleien in die WhatsApp Gruppe gepostet wie „omg aber wir müssen bald bestellen, wenn wir noch wollen“ und so weiter. Auch wenn sich die Teilnehmerzahl halbiert hat (1 x Trennung, 1 x finanzielle Knappheit), wusste ich doch, dass bei zwei anderen noch Interesse bestand. Aber keiner antwortete auf mein Flehen. Als ich am 10.12. beim Wacken-Nachtreffen bei Bierkuchen und Lieferando-Gutschein-Pizza (ja, da lief das Essen falsch…) wieder anhub zu Maunzen, reagierte man verhalten: „Wir können ja am 24. Karten bestellen, erstmal nicht bezahlen und dann gucken, was noch angekündigt wird“. HA. Erklärt auch das in keiner Weise von Trauer belegte Jauchzen meines Freundes, als er um Mitternacht die Ankündigung von Annihilator vernahm. Hatten ja auch längst Karten, die Schelme. Rationalisierung: Wir fahren Montag hin und duschen 2 mal täglich, damit es sich „lohnt“ – leider haben wir noch 4 x Kacken auf der Klokarte, die mit der Preiserhöhung nun verfallen ist. Schnief.

Neue Deadline für die verflixten 60 Kilo: 3.8.2017. So. Aber diesmal. Geht ja so nicht weiter.

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Kinners.

Wi-Wa-Wacken 2016

Hier nun mein Festivalbericht.

Wir fuhren dieses Jahr noch früher los als letztes Jahr – gesegnete 3 Uhr 30 am Mittwochmorgen. Anreise am Dienstagabend war kurz im Gespräch gewesen, aber bei dem Wetter brauchte ich nicht noch mehr lustiges Wildwasser-Camping. Außerdem hätte es extra gekostet. Sorry, aber ganz so Shut Up and Take My Money-worthy ist dieses Erlebnis dann doch nicht.

Also ab in den Bus, Treffen mit dem Rest der Truppe an einer Bundesstraße, vor dem Haus unglücklich wohnender Leute. Aber wofür haben die Rolläden, sag ich mal. Und wir waren auch fein leise – nur eine Person hat in die Büsche neben ihrem Haus gepisst. Das nenne ich wahre Rücksichtnahme. Da wir auf Hin- und Rückfahrt ingesamt 6 Störche gesehen haben, wird jede vaginoide Lebensform, die mit von der Partie war, 6 Gören gebären. Davon wollen wir nächstes Jahr welche spenden. Wer mag denn keine Findelkinder? Das ist DIE Chance, den nächsten Harry Potter groß zu ziehen.
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Also, wir WOLLTEN welche spenden, aber nach dem Preisanstieg auf gediegene 220€ fahren wir nächstes Jahr wohl nicht und werden daher die Anlieger in ihrem Bundesstraßen-Paradies nicht behelligen. Keine Gratiskinder.

Vielleicht ist es auch keine Bundesstraße, ich hab’s nicht so mit Straßentypen.

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Wir kamen in Wacken an und es REGNETE. PISSE. Nein, also war schon Wasser, aber PISSE SCHEIßE KACKE, was für ein absoluter Scheißdreck. Teuerstes Schietwetter der Welt. Passenderweise waren wir die letzten Zelte vor den Dixies. Man mag es negativ sehen, aber ich liebe es, am Kacke-Mekka zu campen, da kann man des nachts schnell mal was wegbringen. Und auch des Tags. Aber nachts aus dem Schlafsack müssen ist immer besonders dringlich, da lohnt sich jeder gesparte Meter. Meine Blase ist ca. 50.000 Jahre alt.

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Mein Highlight war es, von einer angetrunkenen Person auf 55 kg geschätzt zu werden. Ein von mehreren Faktoren getrübtes Individualurteil, aber die 71 kg Firma dankt dennoch.

Der Matsch war phänomenal, aber nichts im vergleich zur Apokalypse letztes Jahr. Das war schon eine Klasse für sich, da sagte sogar mein Freund im Wacken 2002 Shirt (50€ EINTRITT!!!), sowas hätte er noch nicht erlebt. Ab und an sah man Kleinwagen in der Pampe stecken.

 

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Wie die überhaupt auf die Idee kamen, sie würden es je mit ihren knuffigen Blechdosen durch den Morast schaffen – no idea. Ich vermute Schnapsidee, Verzweiflungstat, jugendlichen Übermut oder einfach nur spärlich möbliertes Oberstübchen. Das Resultat waren auf jedenfall tückische extra Löcher in den Fahrspuren der Trecker, die man nachts dann gar nicht mehr sah – man lief also bereits in der Spur, die ca. eine Wadenlänge tief war, und stürzte unversehens noch eine Etage tiefer. Es war ein Erlebnis, es war ein Balanceakt, es war ein Workout. Immer gut 30 Minuten Marsch hin und zurück.

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Der Full Metal Bag war dieses Jahr snacktechnisch eine Enttäischung. Letztes Jahr (ja, ich merke mir sowas) gab es Probiertütchen Nachochips und Nüsschen. Dieses Jahr: Haferflecks Natur & Hustenpastillen, dazu Taschentücher. Welcher Reformhausjünger hat das denn bestimmt. Bitch please, ich will meinen arterienverkrustenden Schnökerkram. Keine 20 Gramm Müsli ohne Geschmack, das nur mit Milch lecker ist D: Das können die Aminosäuren einfach nicht reißen, tut mir Leid.

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Auf der Wackinger Bühne sahen und hörten wir reichlich Cpt Hurley und die Pulveraffen, Knasterbart sowie Vogelfrey. Wie sich rauststellte, ist das insgeheim alles dieselbe Band mit anderen Hüten. Nicht ganz, aber fast. Ich mochte Elven King.

Im Folgenden nun zu anderen Bands:

Iron Maiden

Ich kannte nur zwei der Songs: Fear of the Dark und das Lied, wo Bruce Dickinson anstalten machte, sich zu erhängen – wohl, weil ich ständig die Stimme wegblieb und das ganze eher wenig kraftvoll klang. Nach 72 Konzerten verständlich, aber schon kacke, vollkommen ausgepowert vor 80.000 Leuten aufzutreten und in den Strophen nix hörbar rauszupressen zu können als das erste und letzte Wort der Zeile. In geschmetterten Refrains zeigte sich seine eigentliche Gesangsstärke ab und zu, aber sonst eher mau. Aber: ich kenne fast nix von Maiden, was ich kenne macht mir keine Lust auf mehr, einfach nicht mein Ding. Und die Eddies haben mir Angst gemacht. Überhaupt finde ich dieses Maskottchen absolut… hässlich. Also nicht von wegen „Ihhh Skelettmumie ihhh“, sonder einfach nicht ansprechend designed. Designt. Designet. Wie auch immer: Man kann so viel geileren Ekel schaffen. Siehe Alien.
Das beste war wohl der Typ der meinte, er habe sein Handy vorn bei Iron Maiden verloren – aber er wisse noch, wo. Nachdem es 80.000 Leudde in den Matsch getrampelt haben wird das sicher noch funktionieren 😀 Aber guter Optimismus.

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Blind Guardian

Gut: Ich kannte so gut wie alle Songs.Und es waren Songs, die ich mochte. Stimme war vorhanden im Vergleich zum gequälten Bruce.

Schlecht: Publikum hätte enthusiastischer sein können. Außerdem habe ich jedes 30 Sekunden Video, dass ich gemacht habe, versaut, weil ich in mein Mikro geblökt hab. In der Menge hört man sich nicht, aber auf der Aufnahme kommt der volle Katzenjammer zur Geltung.

Für mich DER Headliner.

Die Krupps

Die Gang mit der Toleddenparty. Immer wumms. Mag ich. Ausbaufähig ist das Talent des Sänger, mit dem Mikro in der Hand zu klatschen um die Menge anzufeuern. Er schlug mehrmals aufs Mikro, was unangenehmes Knacken ergab. Aber er war stets bemüht. „Nazis auf Speed“ ist nach wie vor hohe Dichtkunst. M-hm.

Gloryhammer

Glorious. Aber nur zwei Lieder gehört, da wir uns Therion komplett angeschaut haben.

The Haunted

Koordiniertes Gehämmer. Meh.

Legion of the Damned

Ich kannte nur Bleed for Me, aber es gefiel mir. Ein Lied klang wie das nächste, aber absolute Stimmungmusik. Was für den nächsten Axtmord.

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Therion

Now that’s some impressive shit. Very opera, much mythology, such Lemuria. Kleine peinliche Einlage war der offene Hosenstall der rosa Frau – eine wardrobe malfunction, wie sie im Buche steht. Die Jeans saß etwas spack, da macht sich der gute einfach davon. Es empfiehlt sich, einen Schlüsselring in den Reißverschluss zu fädeln und den Ring am Hosenknopf aufzuhängen – tadaaa, nix kann mehr nach rutschen und aufgehen.

Oden Organ

Wir wurden nass. Da half auch der Power Metal nix. War aber gut.

Equilibrium

Nur noch ein verrottendes Gerippe. Kaum noch was übrig von der Ursprungsband. Bedauerlich. Ich mag den Sänger nicht. Gnarf.

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Und sonst: Ich habe schon Geburtstag gefeiert und bekam ZWEI Kuchen sowie rosa Pappteller und Partyhütchen von My Little Pony. Ausgezeichnet.

Außerdem lohnt es sich, ein Instagramopfer zu sein. Ich fotografierte eine einsame Tomate auf einem der Wege und betitelte es mit „einsame Tomate auf weiter Flur“ – und der Lieferando Account sah sich genötigt, mir dafür einen 25€ Gutschein zu spendieren. Der wird zu acht (der 9. Mitreisende wohnt woanders, kein HamHam  für ihn) beim Wacken-Nachtreffen verfressen 😀 So mag ich Social Marketing. Aber ganz schöne Kleinstarbeit, lustige Repliken auf Posts die IRGENDWIE mit Essen zusammenhängen zu schreiben und einzeln Gutscheine zu verteilen. Beschweren kann ich mich allerdings nicht 😀

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Abschließend gab es Burger King und gut war. Diät habe ich im Vergleich zum Vorjahr komplett ignoriert. Ein Mantel des Schweigens breitet sich darüber. Psssssst.

Was nächstes Jahr wird, wissen wir noch nicht. Aber wohl kein Wacken mehr. Schade, die Bands gefallen mir. Powerwolf D: Schnüff.

Aber:

Geil war’s.

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Es war einmal – Wacken 2015

Nachdem Wacken 2015 nun über einen Monat zurückliegt, sehe ich die Zeit gekommen, einen brandaktuellen Blogpost über mein persönliches Erleben der Festivitäten zu verfassen. Mein „Wacken Report“ bestand ja bisher nur aus der Fesstellung, dass Prinz Hodenherz von Feuerschwanz ein Schnittchen ist.

Schön war es, mein erstes Wacken – und bei den Wetterzuständen eine echte Feuer- bzw. Schlammtaufe. But let us start at the beginning, dear friends.

*schwubbwubbwubbflashback*

29.07.2015 – Mittwoch 

Am Mittwochmorgen um 4:30 machten sich die Recken*Innen auf die Socken gen Norden, aus dem Herzen des Potts heraus. Es würde ja fast wie zuhause sein, so war ich mir sicher, denn auch in Dortmund gibt es eine Nordstadt, und Nordstadt ist Krieg.Und Wacken ist Krieg. Krieg mit Augenzwinkern. Ich unterschlage an dieser Stelle dezent, dass ich eigentlich aus dem Norden Niedersachsens stamme und nicht mal selbst in Dortmund wohne *verdeckt Kiemen und Fischkopp unter Pali*. Anyway – wir fuhren als los, bzw. ließen uns fahren vom Autobesitzer. Drei schlafen, einer fährt, so schafft man das im Team.. Holten Auto 2 und Auto 3, bestückt mit je zwei Personen, ab.

So fuhren und fuhren und fuhren wir locker flockig ohne Stau, ohne Probleme, bis wir um ca. 10 Uhr den Wackener Dunstkreis erreichten. Während wir beim Passieren von Itzehoe noch gelacht hatten („It’s a HOE!!!“) und der Beifahrer (genannt „Beiführer“) mich mit seiner eigenwilligen Ausdrucksweise, die zu 60% aus Hearthstone Dialogen und 40% aus memes besteht, amüsierte, war es nun weniger spaßig. War nämlich dicker Stau. Die letzten 5 – 10 Kilometer kosteten uns 2-3 Stunden. Für Unterhaltung sorgten dann die prall gefüllten Blasen meines Freundes und des Fahrers – da der Verkehr immer wieder zu stehen kam, wollten sie die Gelegenheit für eine kleine Pinkelpause nutzen. Dem Beiführer wurde die Automatikschaltung erklärt und man schlug sich in die Büsche. Prompt fuhr die Autoschlange an und es zeigte sich, dass anders als Mad Max: Fury Road vermuten lässt, sich nicht jeder sofort im fremden Auto mit speziellem Schaltsystem zurecht findet. Nach verzweifeltem Aufbäumen des Wagens löste der Beiführer dann auch endlich die Handbremse und legte die Schaltung in Drive – genau in dem Moment, als der Fahrer keuchend nach der Autotür griff. Aber Metal verbindet und Autos hinter uns sackten Fahrer und Freund ein bis zum nächsten Stocken des Verkehrs. Bisschen Fitness mussten sie aber trotzdem an den Tag legen 😀 Immerhin kamen wir noch mit den Autos aufs Gelände und auch noch in der Kolonne. Traumhaft.

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So bauten wir unser Lager auf – und kaum war es geschehen, fing der Regen an. Und der Pavillion ging postwendend in die Knie. Stimmung hing auf Halbmast. Bei der Bändchenausgabe lernten wir die ersten Konsequenzen der starken Regenfälle kennen – Schlamm. Aber da waren wir noch nicht auf dem Gelände. Oh boy. Ohhhh boy. Wow. Ein Schlamm. Ein Schlamm.

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Da ich ja praktischerweise einen Monat gewartet habe, das hier zu schreiben, weiß ich gar nicht mehr, was wir uns am Mittwoch zu Gemüte führten – Knasterbart, glaube ich. Ich hab leider kein Line-Up als PDF mehr. Wie dem auch sei – bei der Rückkehr zum Zelt stellten wir fest, dass mein Freund zu Recht ein Dipl-Inf und kein Dipl-Ing ist – seine Zeltkonstruktion war nicht brillant und so ziemlich alles, was kontakten konnte, hatte das auch getan. Das Fußende der Matratze war ein Feuchtbiotop. Und auf seinen weisen Rat hin hatte ich keinen Schlafsack dabei, da er sich sicher war, Decke reicht schon. Es waren kalte Nächte. Aber ich bin selbst Schuld auf die Temperaturinterpretation von jemandem zu hören, der im Sommer nach Teneriffa in langen schwarzen Jeans fliegen wollte 😉

30.07.2015 – Donnerstag

Der Tag begann mit Regen. Es hatte die Nacht durchgeregnet. Ich erinnere mich kaum an diese graue Zeit, da meine negativen Gefühle gegenüber Feuchtigkeit diese traumatische Nässeerfahrung verschleiern. Ich hatte als echter Experte (und weil ich mich durch das Abgeben meiner BA Arbeit einen Tag vor Abreise NULL vorbereiten konnte) keine Gummistiefel dabei. Nach dem Erwerb solider Gummi-Fußbekleidung war meine Stimmung um einiges heller.

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Ich stelle gerade fest, dass ich mich einfach nicht mehr an viel erinnern kann. Es ist alles ein einziger Rausch aus Matsch und Musik – also breche ich hiermit das Tagesformat ab und schreibe einfach über die Bands, die mir in den Kopf kommen.

Sabaton

Ich muss sagen, auf dem Summerbreeze 2013 rümpfte ich noch die Nase. Aber ich kann mich dem Joakim einfach nicht entziehen. So verdammt sympathisch. Der Sound war durchwachsen, singen kann der Gute auch nicht, aber irgendwie muss man mitmachen.

Der Himm

Die andere Seite vom Sabaton Konzert

Rob Zombie

Party Party Party!

Dream Theater

Ich kann mit Dream Theater nichts anfangen. Also die Musik ist virtuos, aber ich empfinde die Stimme des Sängers als derart schneidend und unangenehm… Kann ich mir nicht lange anhören.

Judas Priest

Was war da denn los. Ich bin zwar ohnehin kein Fan des Ur-Metal, ich bin absolut newschool, wenn das das Gegenteil von oldschool ist, aber die klangen ja objektiv einfach grässlich. Also akustisch. Autsch. So schrill und laut.

Within Temptation

Awwwwww mag ich einfach. Auch die powermetaligen neuen Sachen. Ich mag Power. Je mehr Bums und Schmiss, desto besser. Zumindest bekomme ich davon gute Laune. Gesang gut – an einigen Stellen wabbelt die Stimme oder schafft es nicht ganz, aber insgesamt zieht Sharon damit mehr Würste vom Teller, als manch andere Bands bei ihren Live Performances (Will jetzt ja keinen scharf ansehen, Joakim).

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Feuerschwanz

Wenn Feuerschwanz da sind, werden wir auch da sein. Ich hab das nicht so bestimmt, aber mein Freund als Feuerschwanz-Jünger No1 lässt sich keinen Auftritt entgehen. Und wenn sie 2 Auftritte auf dem MPS haben, dann müssen wir auch beide sehen. Naja, ich mag Dudselsack, passt schon.

Powerwolf

2012 auf dem Metalfest führte ich mir Powerwolf nicht zu Gemüte, da ich den Namen unsäglich doof fand. Auf dem Summer Breeze 2013 fragte ich mich, warum ich so oberflächlich war und mir diesen Genuss im Jahr davor entgehen ließ. Powerwolf machen einfach Stimmungsmusik. Stimmung kann ich immer brauchen. Power Metal und schrecklicher Techno sind meine Twin Passions. Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen Hearts on Fire und Nur Geträumt.

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Combichrist

Blechern und roh. Fand ich gut. Außerdem kein Regen im Zelt.

Ensiferum

Ensiferum sind meine Schatzis. Immer dabei, immer irgendwie im Mittagsprogramm, und das seit Jahren.

In Flames

In Flames halt.

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In Extremo

Ugggggghhhh In Extremo erinnern mich inzwischen an die Toten Hosen. Ist einfach nichts mehr dran, machen irgendwie Hymnen-Rock.

Savatage

Meh. Zu oldschool.

Oomph

Betonten, dass sie alles live machen. Wollt ihr einen Keks?

Cultus Ferox

War eher leer und ich hatte einen Sonnenbrand. Erst Regen, dann Sonne und nix war mir recht 😉

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Musical Appreciation Mode

Sepultura

Nicht mein Ding.

Insgesamt war es nicht ein maunzendemaus-freundliches Line-Up – mal schauen, was nächstes Jahr noch so kommt. Insgesamt war es ganz wunderbar und die Gesellschaft war ausgezeichnet und das Wetter war zur Hälfte hervorrangend. Als ich mit Sack & Pack und in Gummistiefeln daheim vor der Tür stand kam ich mir vor, als würde ich aus einem Paralleluniversum auftauchen.

Hier ein paar restliche Bilder.

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Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.