Wasser & Kohlenhydrate

Irgendwie check ich’s nicht – wenn man sich in der Regel kohlenhydratarm ernährt, soll eine plötzlich erhöhte KH-Einnahme Wasser einlagern. Gleichzeitig sagen die Woosh-Leute, dass Kohlenhydrate (zB Alkohol etc) zum Wassersturz führen, und man so im Innersten verkantetes Nass auf einen Schlag los wird.

Hä? Binden KH Wasser nun ein oder lösen sie es?

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6 Gedanken zu „Wasser & Kohlenhydrate

  1. annesch

    Hm, vielleicht weder noch? Ich lese mich gerade wegen Lipödem in den Blut- und Lymphkreislauf ein und habe interessante Erklärungen in den Büchern gefunden, warum Eiweiß beim Abnehmen so hilfreich ist und ggfs nach einem Eiweißmangel ein Gewichtsplateau beendet. Vielleicht sind das die Mechanismen, die auch bei den von Dir beschriebenen Phänomen dahinterstehen? Ich hoffe, ich krieg die Zusammenhänge verständlich beschrieben hin… 😉
    Das Blut in den Arterien wird mit Druck des Herzens im Bereich der Arterienkapillaren in das Gewebe gepresst, um die Zellen zu umspülen und zu versorgen. In den Venen (und ihren Kapillaren) herrscht einerseits weniger Druck, so dass die Flüssigkeit dort wieder einströmen kann (die Sorte Kapillaren, bei denen das geht, heißt lustigerweise fenestriert, ich seh da so Kathedralenfenster vor mir), zum anderen tritt ein Osmoseeffekt ein. Die Eiweiße, die normalerweise nicht im Zwischengewebe landen, sondern im Blut herumschwimmen, ziehen Wasser an und sorgen, wenn sie in den Venen gelandet sind, wieder dafür, dass die Flüssigkeit aus dem Zwischengewebsraum angezogen wird. Wenn also nicht genug Eiweiß im Blut ist wegen Eiweißmangel entstehen Wassereinlagerungen – im Fall von mangelernährten Kindern sogar große Ödeme im Bauchbereich, der sogenannte Hungerbauch, hier erklärt: https://de.wikipedia.org/wiki/Kwashiorkor
    Ich würde jetzt Deine Aussage „wenn man sich in der Regel kohlenhydratarm ernährt, soll eine plötzlich erhöhte KH-Einnahme Wasser einlagern“ so erklären, dass das Problem nicht der KH-Überschuss, sondern der (relative) EW-Mangel im Vergleich zu vorher ist – könnte sein, oder?
    Dass KH zum Wassersturz führen, habe ich noch nicht gelesen/gehört – dass Alkohol dehydriert liegt anscheinend an anderen Mechanismen, siehe z.B. http://www.zeit.de/gesundheit/gesundheitsfragen/gesundheitsfrage-13 . Entschuldige den langen Kommentar! 😉

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    1. maunzendemaus Autor

      Lange Kommentare sind immer gern gesehen/gelesen, danke für die Erklärungen 😀
      Vielleicht habe ich da was in den falschen Hals bekommen, und andersrum (= nicht zu viel KH, sondern zu wenig EW) wird ein Schuh drauß. Nadja erwähnt den „Woosh-Effekt“ in Fettlogik, sagt aber nur, dass sie ihn aus eigener Erfahrung nicht belegen kann.
      Kommentator blade19 schreibt aber hier was dazu http://www.med1.de/Forum/Ernaehrung/719314/?p=2
      Und hier zum Einlagern durch KH http://fett-weg-blog.de/wassereinlagerung-durch-kohlenhydrate/

      Es ist spät und ich bin voll Matsche im Hirn, aber irgendwie reden ja beide Links von KH, Glycodingsen und Wasser. Nur wird bei einem durch Kohlenhydratzuführung ausgespült, bei dem anderen aufgefüllt.

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      1. annesch

        Eventuell liegt der Unterschied daran, dass blade19 über die Auswirkungen von KH auf jemanden spricht, der bereits auf Diät ist – um die KH als Glycogen in den Muskeln zu lagern, wird überflüssiges, herumschwabbendes Wasser aus eigentlich leeren Fettzellen verwendet, sobald das leicht zugängliche Glycogen vom Körper verstoffwechselt wird, wird das Wasser frei und ausgeschieden. Wenn fett-weg-blog von den Auswirkungen eines Entlastungstags auf einen Nicht-Diätierenden beschreibt, beschreibt sie denselben Effekt, nur dass da die Glycogenspeicher schon gefüllt und dann geleert (und das Wasser abgeführt wird). Vielleicht beschreibt der vorher bei fett-weg-blog-beschriebene Zulege-Effekt den Effekt bei jemanden, der gerade nicht auf einem Plateau ist, also kein Wasser in eigtnlich schon geleerten Fettzellen rumschwappen hat. Dieser Körper muss das Wasser zusätzlich aus der Nahrung ziehen statt es auszuscheiden, um das Glycogen in die Muskeln einzuspannen – ich hoffe, das war jetzt logisch, ich weiß es nicht genau, da auch schon etwas müde… 😉

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  2. roerainrunner

    – Kohlenhydratarme (nicht „-lose“!) Ernährung sorgt für Gewichtsabbnahme, aber auch dafür, dass der Körper sich auf Ernährungsmangel einstellt (das ist wohl aber bei jeder Diät so.)
    – Wenn du dann Kohlenhydrate isst, sagt der Körper „Super, da wir ja total den Notstand haben (denn wir kriegen ja nix), lagern wir das an. Also ab an die Backen damit!“
    – Ich selbst weiß aus Erfahrung, wenn ich kohlenhydrathaltige Diät halte und dann Kohlenhydrathaltiges esse (Schokolade z.B.), muss ich danach nicht mehr auf die Toilette. Das Wasser wird dringehalten. Wenn ich weiterhin kohlenhydratarm esse, renne ich alle 1,5h auf die Toilette.
    Des Weiteren wurde ich von Kohlenhydrathaltigem Essen immer extrem müde.
    – Alkoholische Getränke (Bier, Cocktails, etc.) haben in der Regel viele Kohlenhydrate durch den Zucker, der überhaupt zur Entstehung des Alkohols führt. Gleichzeitig wirkt Alkohol aber entwässernd. Oder anders gesagt: Wenn du säufst, wird dein Körper den Zucker an die Hüfte kleben, gleichzeitig aber soviel Wasser verlieren, dass du am nächsten Tag scheinbar weniger Gewicht hast. Zwei Tage später hast du den Flüssigkeitsverlust ausgeglichen, die Kohlenhydrate kleben aber noch an der Hüfte, ergo Gewichtszunahme.

    Es gibt entwässernde Lebensmittel, z.B. Reis. Meine Mutter schwor auf sogenannte „Reis-Tage“ nach ihrer Periode. Sie hat dann an einem Tag nur einen Berg Reis, den sie in (magerer) Hühner- oder Gemüsebrühe gekocht hat (für den Geschmack) gegessen. Sonst gar nichts. Das ist aber auch schon ziemlich Hardcore…

    Tatsache ist: Menschen, die Wasser einlagern, werden auch nach einem einmaligen Fasten-Ereignis (egal welches) wieder neues Wasser einlagern.
    Wenn du das Gefühl hast, unnatürlich oder ungesund viel Wasser einzulagern, solltest du einen Arzt konsultieren (ernsthaft jetzt).

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    1. maunzendemaus Autor

      Danke für die kleinschrittige Aufdröselung :D!
      Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, in kritischem Maße Wasser zu speichern – zumindest kann ich Erzählungen von schweren Beinen am Ende des Tages etc nicht nachvollziehen. Dann wiederum bekomme ich von allem immer Abdrücke (Korbstuhl, Sockenbund, Armbänder), auch wenn der Druck nicht groß oder die Zeit für die er bestand nicht lang war.
      Auch ein Grund, weshalb ich für mich vom Lipödemverdacht an
      abgerückt bin – ich fühle den Ödemteil nicht. Ich denke, Ich „habe“ maximal Lipohypertrophie, Wenn man überhaupt von „haben“ sprechen kann, weil es keinen Krankheitswert hat. Einfach nur ein Typ von weiblicher Fettverteilung, der ganz eventuell die Entstehung von einem Lipödem begünstigen kann. Wasserschwankungen von ein paar Kilo scheinen ja normal zu sein. Vom 18. auf den 21. war es ein Abfallen von 1,7 kg, aber ja auch mit der Reisklatsche nach relativer KH-armer Zeit.
      Das ist ja kurios, das Wasser mit Reis rauslocken zu müssen. Ich speicher immer vorher, und sobald es losgeht mit der Periode, geht auch das Wasser mit.

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      1. roerainrunner

        Naja, was heißt „rauslocken müssen“. Sie hat es getan, weil sie es für sinnvoll hielt.
        Aber in der Regel (huhu, Wortwitz) ist es so, wie du sagst: Vor und während Periode Wasseransammlung, danach geht’s wieder weg. Manche Frauen bekommen auch ein kleines Bäuchlein vor ihrer Periode…

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