Die Fetten wetten um ihren Arsch zu retten – Baby’s First DietBet

Im Titel zitiere ich eine gute Freundin, die offensichtlich ein Feingeist ist. Es hat NIE Sinn gemacht – sie brachte den Spruch immer, wenn man in einer Unterhaltung ganz kollegial sagte „ja, wetten?!“. Theoretisch hätte sie wetten müssen, als kräftiges Mädel. Aber das sind Feinheiten, die nichts zur Sache tun. Es ist einfach nur ein guter Binnenreim. Den laut Google auch viele andere Menschen kennen – verdammt, ich dachte immer, es sei eines ihrer Originale.

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Ich habe meine erste Dietbet bestritten und gewonnen. Das zuerst. Ich setzte 35$ in Let’s Get Lean with JSoh & BakingMadGymAddict und bekam von Dietbet über PayPal 50,37$ ausgezahlt. 197 Gewinner, 163 Verlierer – oder Runners-Up, wie Dietbet das etwas weniger harsch ausdrückt. Wir sind ja ALLE Gewinner, immer und überall. Was für ein schöner in sich zusammengefallener Haufen Pappmaché, Kunibert-Sternenkind.

Unbenannt

Das Spiel wurde von Joanna Soh und irgend so einer anderen gehostet, die ich nur von Fettlogik/Nadja kenne, die Joanna/ihre Videos irgendwie, irgendwo, irgendwann zur Sprache brachte. Sie trat während der Dietbet kaum in Erscheinung, und postete im Grunde nur Essenspläne & Playlists mit Workouts. Für eine „Celebrity“ Dietbet etwas mager. HAHAHAH, mager. Ich nutzte die Ernährungspläne nicht und machte einmal eines der Workouts – danach fürchtete ich, nie wieder ohne Schmerzen laufen zu können. Sumo Squats, Kängurusprünge, meeeeeeeeeine Fresse. Also – hilft. Man merkt auf jeden Fall am nächsten Tag, dass man wie ein funky Krebs durch sein Zimmer gesquattet ist.

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Squat Culture. Früher hams Häuser besetzt, heute hockens nur noch im Gym. Not a fan.

Die Renaissance der ordinären Kniebeuge ist sowieso ganz erstaunlich. Squats sind ja inzwischen das hipste, was man mit seinen Besties im Gym so veranstalten kann, und früher machten das spillerige Kinder in weißer Feinrippunterwäsche, im Hintergrund die aufgereihten Medizinbälle. Leibeserziehung, arrrr.

So funktioniert’s

  • Kickstarter: 4% des Ausgangsgewichts verlieren
  • Weigh-In: Ganzkörperfoto auf der Waage + Foto der Anzeige mit Weigh-In Wort des Tages auf einem Zettel daneben. Kleidung: „Airport Security Attire“- dünnes Leibschen und Shörts in meinem Fall.
  • Alle zahlen Betrag X ein, Dietbet zieht am Ende seine Gebühren ab, dann wird der Pott geteilt unter den Gewinnern, deren Gewicht wie o.g. erneut verifiziert wird
  • Der Gewinn wird dem Diebet-Account in Punkten angerechnet, eine Auszahlung geht nur per PayPal – einzahlen kann man natürlich auch per Kreditkarte. Schlitzohren.

Pro

  • Unterstützung durch die anderen Dietbetter im Akitvitätsfeed
  • Extrinsische Motivation durch leichten Angstschweiß da, wo der Geldbeutel sitzt
  • Spricht Leute mit Leistungsmotiv an –  „oooh, da ist eine Autotität, die über meine Leistung richten wird! Ich könnte es vielleicht nicht schaffen, was wäre ich nur für ein Versager! OMG OMG ich MUSS es schaffen!“
  • Geldgewinn. Penunsen. Zaster. Euronen.

Con

  • „Inspirierende“ Posts und das bescheurte Gewäsch der anderen Dietbetter [meine Toleranz für leeres Geschleime und positivity ist… niedrig.]
  • Soooo viel Geld verliert man nicht, sollte es nicht klappen und der Pay-Out ist nicht massiv
  • Sehr leicht zu bescheißen

Mir persönlich hat es geholfen, den Ball wieder aufzunehmen und dran zu bleiben. Allerdings musste ich meine Waage auf den Teppich stellen, um mit meiner Webcam ein Ganzkörperfoto schießen zu können, aus Ermangelung eines Fotografen. Das ergab ein Spiel von 7 Kilo, je nachdem, wie ich mich auf der Waage beugte. Ich war von Anfang an ziemlich safe. Ich wog parallel auch immer im Badezimmer auf dem Fliesenboden.
Ich habe tatsächlich abgenommen und mein Ziel ziemlich haargenau erreicht. Ich mein, loggisch, ich wollte und will ja auch tatsählich abnehmen, nicht nur auf der Zauberwaage.
Aber auch hier eine Tücke – wann man sich einwiegen muss, ist halt Glückssache. Wir kennen das ja mit dem Wasser, da kann man schnell einen Vorspung haben: sich einwiegen und bums, am nächsten Tag ist man schon ein Kilo weiter. Aber man kann eben auch Pech haben, sein Ziel schaffen und zack, am letzten Tag sind da 1,5 kg Wasser zusätzlich auf der Waage.

Auf den Vorher-Nachher-Fotos sieht man nach meinem Dafürhalten (fast) keinen Unterschied. Allerdings kann ich inzwischen meine Jeans ohne Aufknöpfen überstreifen und ohne Gürtel machen sie den Abgang. Ich habe noch nie vorher in meinem Leben Gürtel getragen. Es hat sich also spürbar was getan – ich bin ja auch in diese Jeans reingeschrumpft. Im Zuge der Dietbet bin ich 4, 5 Mal die Woche zum Sport gegangen, und auch da merke ich Entwicklungen. Meine Oberschenkelmuskel sind deutlich ertastbar, vorne wie hinten. „Straff“ ist da immer noch nichts, um Welten nicht, aber ich bin allgemein ein Schwabbel mit schlechtem Bindegewebe. Da hilft nur, das Fett wegzukriegen. Aber ich denke, die Mondlandschaft an meinen Oberschenkeln und am Hintern wird nie verschwinden. Yo momma’s cellulite is so bad, they tried to land the Rover on her, eyoooooooo.

Momentan habe ich genug von Dietbet, da die Feiertage ins Haus stehen und ich wieder ein bisschen chillen will, aber vielleicht mache ich im nächsten Jahr nochmal mit. Aber vor Weihnachten will ich jetzt halt mal fett Ebirolle essen beim Sushimann, ohne Sorge um meine gesetzte Kohle.

Musiktipp. Am Stück hören, Gesamtkunstwerk.

 

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2 Gedanken zu „Die Fetten wetten um ihren Arsch zu retten – Baby’s First DietBet

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