Frauen mit kurzen Haaren – wieso denn bluß?

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Kurze Haare bei Frauen – ein kontroverses Thema. Allerdings nicht für die Allgemeinheit, wie es aussieht, denn die weiß genau – Männer stehen auf lange Haare. Ergo sollten alle Frauen lange Haare haben, wenn ihnen etwas daran liegt, als fickwürdig gesehen zu werden und ihre Fortpflanzungswünsche erfüllt zu bekommen. Denn alle Frauen sehen mit langen Haaren besser aus. Fakten. Fakten. FAKTEN.

So jetzt mal die überspitzte Betrachtung. Einige tuen dieser Meinung öffentlich kund. Kann schon sein, dass die meisten Männer lange Haare an Frauen toll finden – aber das ist ihr Ding. Und nicht das Problem von Frauen, die ihr Haar gern kurz tragen. Es sind auch nicht alle Frauen heterosexuell oder überhaupt an Sex interessiert. Oder an Beziehungen. Und wenn doch, dann sind nicht alle sexuellen Beziehungen mit Männern interessiert, die sich wegen der Haarlänge einer Frau ins Hemde machen. Ein hervorragender Sortiermechanismus. Und für die Lang-Haar-Für-Alle-Frauen-Forderer ebenso – warum überhaupt dieses Interesse? Damit „schaden“ die ganzen kurzhaarigen Bitches doch niemandem außer sich selbst. Bringen sich um die tollsten Hechte. Seid froh, dass sie ihre Inkompalbilität mit euch offen zur Schau stellen, spart doch Zeit.

Warum schreibe ich das überhaupt? Genaaaauuu – es geht wie immer nur um mich selbst. Ich hatte die meiste Zeit meines Lebens kurze Haare. Auch jetzt gerade sind sie kurz. Wobei – vorn sind da gut und gerne 14cm dran, das ist ja nicht einmal richtig kurz. Auch wenn mein letzter Friseurbesuch etwas desaströs war – kaum einen Monat später hat sich das Ganze verwachsen.

Lasset mich einen Schwank aus meiner Jugend erzählen. Und da gehen wir jetzt mal ganz hart bis in die jüngste Jugend zurück, Kindergartenalter und so.
Ich wurde von einer nie geschminkten, komplett körper-unrasierten Frau mit kurzen Haaren aufgezogen, die ich nie in Röcken oder hohen Schuhen erlebt habe. Das mal vorweg. Ich hatte zwar Interesse an „Frauen“dingen wie Makeup und Schmuck, aber von meiner Mum habe ich da nichts gelernt. Andererseits denke ich auch, dass es mir eine relative Freiheit gegeben hat – ich habe mir zwar einige „Frauen“skills als Teenager angeeignet (Körperrasur zB), während ich andere als nicht nötig und zu anstrengend zu Seite ließ (täglich schminken).

HAILSATAN

„Und was möchte der junge Mann?“ – jede Art von Verkäuferin ever

Also. Ich hatte als Kind oft kurze Haare. Mal kinnlang, mal Pagenkopf, mal einfach ganz normal kurz. Zeitweise auch bis über die Schultern. Aber ich konnte keine Frisuren machen, meine Mum konnte keine Frisuren machen, mein Vadder nu schon gar nicht – UND meine Haare ließ ich nur waschen, indem mir das Wasser mit einem Zahnputzbecher über den Kopf gegossen wurde – keine Duschkopf. Also weg mit dem Stressfaktor.

Mit 13, 14 ließ ich meine wieder Haare etwas wachsen, wieder bis über die Schulter hinab – aber ich hatte immer noch keinen Plan, was ich mit den ollen Klatten anstellen sollte und außerdem so fettiges Teeniehaar, dass es einfach keinen Spaß machte.

YOGABBAGABBA

Takko. High Fashion.

14 – 21 waren die Haare immer kurz-ish. Mit 20 war ich weggezogen zum Studieren. Zum Friseur ging ich nur back home, zu der Frau, die mir die Haare die letzten 17 jahre geschnitten hatte. Meinen ersten richtigen Frisuersalon betrat ich dieses Jahr am 5. August. Ich fahre nicht oft nach Hause und ließ meine Haare deshalb irgendwann ab Mitte 2012 einfach wachsen.

korpiklaani

Ich hab das Album nie gehört, glaube ich…

Außerdem hatte ich in der Großstadt jetzt endlich die Gelegenheit, wegzugehen – in die Clubs, die Metal spielen. Daheeme hatte ich die Auswahl zwischen Black Music, Ladies Night und Schlagerparty. In so einer langhaarigen Umgebung wollte ich dann einfach auch mal gleichziehen. Aber, wie es so ist – ich und lange Haare sind so eine Sachen. Nach 3 Jahren Experiment hatte ich meine Ergebnisse zusammen und trennte mich im April dieses Jahres von der Wolle.

heygandalf

Das erste Mal Naturfarbe seit ca. 10 Jahren.

Warum?

  • Ich finde kurze Haare bei Frauen einfach cool. Sieht gut aus, nach meinen Maßstäben.
  • Lange Haare verfingen sich immer unter meinen Rucksackträgern. Oder ich machte die Autotür zu, und die Haare hingen drin.
  • Lange Haare verstopften meinen Abfluss.
  • Ich biss in meine Brötchen und hatte lange Haare im Mund.
  • Lange Haare nervten beim Sport.
  • Pferdeschwanz sah scheiße aus, u.a., weil ich immer einen Fusselhalo aus nachwachsendem Haar habe.

UGH

  • Ich habe dünnes Haar, das schnell in sich zusammenfällt.
  • Ich kann keine Frisuren und für die ganzen tollen Sachen hatte ich nie genug Haare. „Teilen sie ihr Haar in 3 Sektionen“ – witzig.
  • Haare färben wurde imme nerviger, je länger die Haare wurden. Farben meiner Wahl waren schwarz links und rot rechts vom Seitenscheitel.

 

Ende vom Lied – ich habe die Bestätigung bekommen, dass ich meine Haare recht lang wachsen lassen kann. Ich habe gemerkt, dass ich nicht bereit bin, mich jeden Tag mit langen Haaren auseinander zu setzen. Hatte einfach keinen Bock mehr drauf. Und ich finde kurze Haare an Frauen einfach geil. Und an mir. Was eigentlich genügen sollten, da es mein Kopf ist. Niemand muss mit meinen Haare aus der Tür gehen, außer mir. Als Jugendliche versuchte ich meiner Mutter einmal zu drohen – „Wenn du mich nicht lässt… rasier ich mir den Kopf!“

„Na und,“ sagte sie, „ist doch dein Kopf. Du musst doch damit rumlaufen.“

Recht hatse.

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