Es(s)kapaden – oder: Verdammt, wo ist meine Motivation hin?

Zu allererst: Ich entschuldige mich für den Titel. Es kam einfach über mich. War auf dem Crosstrainer und dachte darüber nach, dass ich ja mal etwas über meine versackte Motivation schreiben wollte und BÄM – was für ein toller Titel. ESSEN. HAMHAMHAMHAM. ESSKAPADEN – OMG ,HIGH FIVE, ICH BIN EIN GENIE.

ANYHOO – beginnen wir am Anfang *schlägt schweres ledergebundenes Buch auf* Ich begann meine „weightloss journey“ [#lordgivemestrength #goals #barf] im Mai. Ich steckte übelst im Prüfungsstress. Ich war ein Wrack, man kann es nicht anders sagen. Hatte mir locker flockig 10 Kilo angefressen. 2 Rollen Pringles am Tag und mal 750g Trolli – Trolli nur 1,99€, billige Verschnittware! Für cheapskates wie mich einfach ein Todesurteil. Billig UND süß, fml – das waren keine Esskapaden, das waren Fresskapaden. Jeder Schaufelradbagger wäre erblasst vor Neid, hätte er mich in Aktion gesehen.

Dann trat Fettlogik Überwinden in mein Leben (as detailed here), my beacon of hope, my ray of sunshine as I walked through the valley of the shadow of death,

[auf einmal habe ich dieses Lied im Kopf, enjoy]

und krasse Sachen passierten – ich war immer noch in der Prüfungsphase, the struggle was real, aber ich nahm ab. Heeeeftige Scheiße. Wow. Was da LOS. Ich trackte meine Kalorien meticulously und nahm einfach ab. ICH – gestandene Vorschriftshasserin, Kapitänin der MS Self Indulgence. Und das ging 3 Monate ganz vorzüglich. Ich fühlte mich ungefähr so –

aber auf eine gute Art und Weise, sagen wir mal, blessed to be a one man army, statt cursed. OK, ich lese gerade die Lyrics und es ist jetzt nicht DER triumphierendste Song von Ensiferum, aber ich hör den gern. So beschwingt, so flott, da kann auch das Gerede von „dead inside“ mich nicht davon abhalten, ihn als Siegesgesang zu sehen. Passender wäre aber vielleicht dieses Lied

Jetzt habe ich den Leseflow aber genug gefickt. Ich war fast dauer-high von dem Triumph die Pfunde in den Arsch zu treten und sie purzeln zu sehen. Hoppla hop, gingen’s über Kopp, weg mit Speck. Wenn man von einem Coping Mechanism in den nächsten wechselt, was gibt es da besseres als von Fressen auf Kalorienzählen zu schalten. Mir passten alte Klamotten wieder, es war ganz fabelhaft. Ist es immer noch 🙂

Kurz vor meiner letzten Prüfung fing mein Fundament an zu krümeln. Und nach der Prüfung fing ich am 7. September mit dem Sport wieder an (und habe auch recht gut durchgehalten, lasset mich kurz in meinem Planer zählen) – 12 Mal war ich im Studio seitdem. Nicht die Schichten, die anderen schieben, aber recht konstant. Gewichte erhöhe ich immer fleissig. Und auch die Arme trainiere ich jetzt, keine Zeit, mir über meinen Armumfang den Kopf zu zerbrechen. Dann ist es eben so. Aber – das Kalorienzählen fiel hinten runter. Der ärgste Prüfungsstress war weg und der beruhigende, stützende Effekt des Zählens verblasste, während Gedanken an Einschränkung wieder zunahmen. Und so „gönnte“ ich mir immer mal wieder hier was, da was – chinesisches Buffet? Kann man mal machen, Popcorn im Kino, hey komm, das ist schon nicht so schlimm, muss ja nicht ALLES aufschreiben, das ist doch was für Obernazis [ich muss an meiner unreflektierten Verwendung dieses Wortes arbeiten, zu viel Einfluss durch die englische Nutzung, aber ich bin mal ehrlich und lass es stehen – so spreche ich auch IRL]. Zum Wiegen komme ich auch nicht mehr immer, da ich anders als in der Prüfungsühase nicht ständig zuhause bin und morgens meine eigene Waage zur Verfügung habe.

stagnationugh

Schwupps. Ich fing an zu oszillieren. Ich nehme nicht zu, aber ich nehme auch nicht ab – ich halte mein Gewicht, bzw kreise um einen Mittelwert. Und das, ohne den Spaß des Gewichtshaltens zu haben, denn ich schränke mich ein, reiße dann aber diese Einschränkung mit meinem Arsch wieder ein, wenn ich mir irgendwas „gönne“, was eben nicht im vertretbaren Rahmen liegt. Oder zu viele kleine Schmankerl hintereinander. Dann korrigiere ich nach, aber bleibe nicht standhaft. Es ist zum Mäusemelken. Ob ich vielleicht Wasser speichere durch Proteinmangel kann ich schlecht nachprüfen, da ich eben nicht immer brav alles aufschreibe. Es ist dummes Verhalten. Sehr dumm. ABER – machen wa nicht mehr. Jetzt soll es weiter gehen. Ich überlege ganz stark, hier mitzumachen, kommt ja eigentlich wie gerufen:

Wie oben erwähnt – ich bin ein Geizkragen. Ihr braucht nicht zu denken, dass ich hier heize. Bring on the sub-zero temperatures, then we’ll talk. Ich wollte letztens Socken kaufen, aber als ich im H&M stand und ein 3er Paar Socken für 7,99€ in der Hand hielt, konnte ich es einfach nicht tun. Fast 10€ für fucking Socken?! Sowas ödes?? Also sollte die Aussicht, 30€ in den Sand zu setzen, mir eine gute Motivation sein. Mein schönes Geld.

Ich habe hier kein richtiges Ende, da ja noch nix vorbei ist. Ich fasse zusammen: to greener pastures, friends, to slay our enemies and dye the ground a cruel crimson. May their blood quench our thirst. Bullshit. Ich bin der harmloseste Schnuffelhamster, den es gibt. Mein gewaltätigste Aktion war, meinen kleinen Bruder in einen Heizung zu schubsen. Und ihn auf die Ablage unter dem Badezimmerspiegel krachen zu lassen. Und ihm mit dem Kinderspaten ganz knapp unter dem Auge eine Narbe zu verpassen. Vielleicht bin ich doch nicht so harmlos. Aber das waren UNFÄLLE. Ich schwöre.

Teil meiner neuen Rezeptur zum Erfolg wird auf jeden Fall, mehr zeitgenössischen Powermetal zu hören und jede Musik, die Tendenzen zu euphorischem Abfeiern von Heldentaten hat. Powermetal ist pathetisch und eingängig. Man kann ihn nicht überproduzieren. Je mehr wumms, desto besser. Bin meist kein Fan der Wurzeln, nicht bombastisch genug, zu wenig Fülle, zu viel Blech und Gekreisch. Also. Strenggenommen habe ich keine Ahnung von Musik, aber stelle diese Behauptung auf.

Und weil ich einfach nicht so hart eine Linie fahren kann, empfehle auch dies hier zu hören:

Amen & Attack! Noch 18,2 Kilo.

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