Es war einmal – Wacken 2015

Nachdem Wacken 2015 nun über einen Monat zurückliegt, sehe ich die Zeit gekommen, einen brandaktuellen Blogpost über mein persönliches Erleben der Festivitäten zu verfassen. Mein „Wacken Report“ bestand ja bisher nur aus der Fesstellung, dass Prinz Hodenherz von Feuerschwanz ein Schnittchen ist.

Schön war es, mein erstes Wacken – und bei den Wetterzuständen eine echte Feuer- bzw. Schlammtaufe. But let us start at the beginning, dear friends.

*schwubbwubbwubbflashback*

29.07.2015 – Mittwoch 

Am Mittwochmorgen um 4:30 machten sich die Recken*Innen auf die Socken gen Norden, aus dem Herzen des Potts heraus. Es würde ja fast wie zuhause sein, so war ich mir sicher, denn auch in Dortmund gibt es eine Nordstadt, und Nordstadt ist Krieg.Und Wacken ist Krieg. Krieg mit Augenzwinkern. Ich unterschlage an dieser Stelle dezent, dass ich eigentlich aus dem Norden Niedersachsens stamme und nicht mal selbst in Dortmund wohne *verdeckt Kiemen und Fischkopp unter Pali*. Anyway – wir fuhren als los, bzw. ließen uns fahren vom Autobesitzer. Drei schlafen, einer fährt, so schafft man das im Team.. Holten Auto 2 und Auto 3, bestückt mit je zwei Personen, ab.

So fuhren und fuhren und fuhren wir locker flockig ohne Stau, ohne Probleme, bis wir um ca. 10 Uhr den Wackener Dunstkreis erreichten. Während wir beim Passieren von Itzehoe noch gelacht hatten („It’s a HOE!!!“) und der Beifahrer (genannt „Beiführer“) mich mit seiner eigenwilligen Ausdrucksweise, die zu 60% aus Hearthstone Dialogen und 40% aus memes besteht, amüsierte, war es nun weniger spaßig. War nämlich dicker Stau. Die letzten 5 – 10 Kilometer kosteten uns 2-3 Stunden. Für Unterhaltung sorgten dann die prall gefüllten Blasen meines Freundes und des Fahrers – da der Verkehr immer wieder zu stehen kam, wollten sie die Gelegenheit für eine kleine Pinkelpause nutzen. Dem Beiführer wurde die Automatikschaltung erklärt und man schlug sich in die Büsche. Prompt fuhr die Autoschlange an und es zeigte sich, dass anders als Mad Max: Fury Road vermuten lässt, sich nicht jeder sofort im fremden Auto mit speziellem Schaltsystem zurecht findet. Nach verzweifeltem Aufbäumen des Wagens löste der Beiführer dann auch endlich die Handbremse und legte die Schaltung in Drive – genau in dem Moment, als der Fahrer keuchend nach der Autotür griff. Aber Metal verbindet und Autos hinter uns sackten Fahrer und Freund ein bis zum nächsten Stocken des Verkehrs. Bisschen Fitness mussten sie aber trotzdem an den Tag legen 😀 Immerhin kamen wir noch mit den Autos aufs Gelände und auch noch in der Kolonne. Traumhaft.

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So bauten wir unser Lager auf – und kaum war es geschehen, fing der Regen an. Und der Pavillion ging postwendend in die Knie. Stimmung hing auf Halbmast. Bei der Bändchenausgabe lernten wir die ersten Konsequenzen der starken Regenfälle kennen – Schlamm. Aber da waren wir noch nicht auf dem Gelände. Oh boy. Ohhhh boy. Wow. Ein Schlamm. Ein Schlamm.

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Da ich ja praktischerweise einen Monat gewartet habe, das hier zu schreiben, weiß ich gar nicht mehr, was wir uns am Mittwoch zu Gemüte führten – Knasterbart, glaube ich. Ich hab leider kein Line-Up als PDF mehr. Wie dem auch sei – bei der Rückkehr zum Zelt stellten wir fest, dass mein Freund zu Recht ein Dipl-Inf und kein Dipl-Ing ist – seine Zeltkonstruktion war nicht brillant und so ziemlich alles, was kontakten konnte, hatte das auch getan. Das Fußende der Matratze war ein Feuchtbiotop. Und auf seinen weisen Rat hin hatte ich keinen Schlafsack dabei, da er sich sicher war, Decke reicht schon. Es waren kalte Nächte. Aber ich bin selbst Schuld auf die Temperaturinterpretation von jemandem zu hören, der im Sommer nach Teneriffa in langen schwarzen Jeans fliegen wollte 😉

30.07.2015 – Donnerstag

Der Tag begann mit Regen. Es hatte die Nacht durchgeregnet. Ich erinnere mich kaum an diese graue Zeit, da meine negativen Gefühle gegenüber Feuchtigkeit diese traumatische Nässeerfahrung verschleiern. Ich hatte als echter Experte (und weil ich mich durch das Abgeben meiner BA Arbeit einen Tag vor Abreise NULL vorbereiten konnte) keine Gummistiefel dabei. Nach dem Erwerb solider Gummi-Fußbekleidung war meine Stimmung um einiges heller.

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Ich stelle gerade fest, dass ich mich einfach nicht mehr an viel erinnern kann. Es ist alles ein einziger Rausch aus Matsch und Musik – also breche ich hiermit das Tagesformat ab und schreibe einfach über die Bands, die mir in den Kopf kommen.

Sabaton

Ich muss sagen, auf dem Summerbreeze 2013 rümpfte ich noch die Nase. Aber ich kann mich dem Joakim einfach nicht entziehen. So verdammt sympathisch. Der Sound war durchwachsen, singen kann der Gute auch nicht, aber irgendwie muss man mitmachen.

Der Himm

Die andere Seite vom Sabaton Konzert

Rob Zombie

Party Party Party!

Dream Theater

Ich kann mit Dream Theater nichts anfangen. Also die Musik ist virtuos, aber ich empfinde die Stimme des Sängers als derart schneidend und unangenehm… Kann ich mir nicht lange anhören.

Judas Priest

Was war da denn los. Ich bin zwar ohnehin kein Fan des Ur-Metal, ich bin absolut newschool, wenn das das Gegenteil von oldschool ist, aber die klangen ja objektiv einfach grässlich. Also akustisch. Autsch. So schrill und laut.

Within Temptation

Awwwwww mag ich einfach. Auch die powermetaligen neuen Sachen. Ich mag Power. Je mehr Bums und Schmiss, desto besser. Zumindest bekomme ich davon gute Laune. Gesang gut – an einigen Stellen wabbelt die Stimme oder schafft es nicht ganz, aber insgesamt zieht Sharon damit mehr Würste vom Teller, als manch andere Bands bei ihren Live Performances (Will jetzt ja keinen scharf ansehen, Joakim).

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Feuerschwanz

Wenn Feuerschwanz da sind, werden wir auch da sein. Ich hab das nicht so bestimmt, aber mein Freund als Feuerschwanz-Jünger No1 lässt sich keinen Auftritt entgehen. Und wenn sie 2 Auftritte auf dem MPS haben, dann müssen wir auch beide sehen. Naja, ich mag Dudselsack, passt schon.

Powerwolf

2012 auf dem Metalfest führte ich mir Powerwolf nicht zu Gemüte, da ich den Namen unsäglich doof fand. Auf dem Summer Breeze 2013 fragte ich mich, warum ich so oberflächlich war und mir diesen Genuss im Jahr davor entgehen ließ. Powerwolf machen einfach Stimmungsmusik. Stimmung kann ich immer brauchen. Power Metal und schrecklicher Techno sind meine Twin Passions. Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen Hearts on Fire und Nur Geträumt.

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Combichrist

Blechern und roh. Fand ich gut. Außerdem kein Regen im Zelt.

Ensiferum

Ensiferum sind meine Schatzis. Immer dabei, immer irgendwie im Mittagsprogramm, und das seit Jahren.

In Flames

In Flames halt.

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In Extremo

Ugggggghhhh In Extremo erinnern mich inzwischen an die Toten Hosen. Ist einfach nichts mehr dran, machen irgendwie Hymnen-Rock.

Savatage

Meh. Zu oldschool.

Oomph

Betonten, dass sie alles live machen. Wollt ihr einen Keks?

Cultus Ferox

War eher leer und ich hatte einen Sonnenbrand. Erst Regen, dann Sonne und nix war mir recht 😉

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Musical Appreciation Mode

Sepultura

Nicht mein Ding.

Insgesamt war es nicht ein maunzendemaus-freundliches Line-Up – mal schauen, was nächstes Jahr noch so kommt. Insgesamt war es ganz wunderbar und die Gesellschaft war ausgezeichnet und das Wetter war zur Hälfte hervorrangend. Als ich mit Sack & Pack und in Gummistiefeln daheim vor der Tür stand kam ich mir vor, als würde ich aus einem Paralleluniversum auftauchen.

Hier ein paar restliche Bilder.

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Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.

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14 Gedanken zu „Es war einmal – Wacken 2015

  1. bjoernstarkimarm

    Da das dieses Jahr mein 15. Wacken war, war ich natürlich besser vorbereitet – wobei man fairerweise sagen muß, daß Erfahrung nur die eine Hälfte ist: Geld um gute Ausrüstung kaufen zu können hilft auch (ein Vorteil der alten Säcke, ich gehörte mit meinen 36 zu den Jüngeren von uns) ;).
    Nun zu meinen dekadenten Empfehlungen für jedes Wetter:
    – Campen auf dem Rentnerplatz Y mit Strom und der Möglichkeit schnell zum Sanitär-Bauern zu kommen (Dixi? Nee).
    – Auf Y hat man Strom und braucht ein Wohnmobil, Campingbus oder Sprinter, das heißt man hat Platz für Kühlschränke (auch Ventilatoren sind je nach Wetter empfehlenswert)
    – keine 10€ Baumarkt-Pavillons (und erst recht keine Falt-Pavillons, die überleben den Wind in Wacken nie). Wir haben letztes Jahr mal zu sechst ein 4x6m Partyzelt angeschafft.
    – apropos Zelt: maximal zu zweit ein mindestens 4-Personen-Familienzelt mit Stehhöhe und ausreichend dimensioniertem Vorzelt (als Dreckschleuse zum Umziehen im Trockenen)
    – einen warmen Schlafsack. Ich habe höchst bequem und ohne zu frieren in Unterwäsche geschlafen: https://www.globetrotter.de/shop/nomad-thebe-xxl-251560
    – ggf. einen dünnen Schlafsack für warmes Wetter
    – wasserdichte Schuhe. Gummistiefel waren dieses Jahr gut, wobei ich mit Gore-Tex Wanderstiefeln glücklicher war, da bessere Traktion
    – wasserdichte Jacke und Hose(!). Kleidung zum radfahren ist gut, noch dichtere Sachen gibts im Berufsbekleidungsladen. Was den Straßenbauer 8 Stunden trocken hält hilft auch in Wacken. Ist dann natürlich kein Stück atmungsaktiv, aber das ist bei kaltem Wind eher vorteilhaft
    – einen bequemen und robusten Stuhl!

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  2. maunzendemaus Autor

    Das ist ja wirklich einen gediegene Liste 😉
    Bei uns reisen stark divergente Einkommens- und Altersstufen vom Studenten bis zum Beamten zusammen, aber keiner hat ein Y-qualifiziertes Fahrzeug. Und gerade mein Freund (am oberen Ende der Alters/Einkommensskala) hat Studentensyndrom und scheut jede Anschaffung, sodass der Lagerarbeiter mit dem 4 Personen-Zelt-Konzept anreiste und wir uns in ein antikes 2 Personen-Iglu quetschten :’D Während ich dann tatsächlich mittelloser Studi bin ^^
    Schlafsack werde ich in Zukunft immer mitnehmen, egal, was mir erzählt wird. Und einen schönen und robusten (so dachte ich) Stuhl hatte ich, bis ich ihn durch draufsetzen zerstörte. Ups. Naja, war nicht meiner 😛 Zum Glück am letzten Tag.

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    1. bjoernstarkimarm

      Naja, auch von uns besitzt niemand ein entsprechendes Fahrzeug, aber Sixt verleiht sowas ^^. Miete und Strom umgelegt auf die ca. 10 Personen waren pro Person n Fuffi, das war’s uns allen wert (weil, Kühlschrank, Wasserkocher, Kochplatte, Musik, keine lauten Generatoren nachts…).
      Ich dachte auch jahrelang ich hätte n robusten und bequemen Stuhl (40EUR Faltstuhl mit Fußstütze), bis ich in einem Jahr mal 3 davon kaputtgekriegt habe … da hatte ich dann keine Probleme mehr den 110EUR deluxe-Campingstuhl (belastbar bis 150kg) zu rechtfertigen…

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      1. maunzendemaus Autor

        Wir waren zwei Tage alle latent echt mies gelaunt, und zwei Tage sehr fröhlich, als dann die Sonne schien 😀 Es härter natürlich ab, aber Nieselregen und kalte Füße zersetzen echt die Teammoral 😉 Fingers crossed, dass dieses Jahr die Sonne scheint- hat aber zu echt zu scheinen, ich habe auf Wacken Geburtstag 😀

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